Der Anbau von Nutzhanf ist von großer Bedeutung für die Stärkung der Bioökonomie, d. h. der nachhaltigen und zirkulären Nutzung von Biomasse aus der Landwirtschaft für den Wirtschaftskreislauf. Dabei zeichnet sich Nutzhanf durch sein schnelles Wachstum und die Möglichkeit der vollständigen Nutzung aller Bestandteile der Pflanze aus. So kann der Stängel beispielsweise als CO2-speicherndes Substitut für fossile Baumaterialien verwendet werden, während die Nüsse als Öl und Pflanzenprotein für die menschliche und tierische Ernährung genutzt werden können. Darüber hat der Anbau von Nutzhanf ackerbauliche Vorteile, indem er die Fruchtfolge auflockert.
Das große Potenzial von Nutzhanf wird derzeit nicht vollumfänglich ausgeschöpft. Neben strengen regulatorischen Vorgaben in Bezug auf den THC-Gehalt der Pflanzen hemmen vor allem die eingeschränkten Züchtungsaktivitäten die Nutzung aller Bestandteile der Pflanze. Investitionen in die Verarbeitungsinfrastruktur sind dringend nötig, um Kapazitäten aufzubauen, die eine wirtschaftliche Produktion ermöglichen. Gleichzeitig sind die Vorteile des Nutzhanfanbaus bei Landwirtinnen und Landwirten noch zu wenig bekannt.
Das RootCamp hat im Auftrag der Landwirtschaftlichen Rentenbank und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft eine Analyse der Wertschöpfungskette Nutzhanf durchgeführt. Dieser Deep Dive hat Hürden identifiziert und Maßnahmen zum Abbau von Hemmnissen für die Produktion und Verarbeitung von Nutzhanf skizziert.
Fünf zentrale Handlungsempfehlungen wurden entwickelt, die auf Innovationen und die Skalierung der Produktion und Verarbeitung zielen: Forschung und Züchtung von Nutzhanfsorten sollen verstärkt werden, um die Nutzbarkeit der Inhaltsstoffe der Pflanze weiter zu erhöhen. Die Normierung im Bauwesen soll angepasst und die intensivere Nutzung der Pflanze für die menschliche Ernährung erforscht werden. Durch Investitionen in die Verarbeitungsinfrastruktur könnten Skaleneffekte genutzt werden. Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit würde zudem helfen, Vorbehalte abzubauen.
„Die Stärkung der Bioökonomie durch die Förderung des Anbaus und der Verarbeitung von Nutzhanf ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunfts und Wettbewerbsfähigkeit nic ht nur der Landwirtschaft, sondern der gesamten Wirtschaft“, sagt Nikola Steinbock, Vorstandssprecherin der Rentenbank. Die Landwirtschaftliche Rentenbank arbeitet gemeinsam mit der grünen Branche daran, Geschäfts modelle weiter zu diversifizieren: mit Finanzierungen, Beratung und durch Analysen wie unsere Bioeconomy Deep Dives‘. Insgesamt vier vertiefende Analysen von Wertschöpfungsketten der Bioökonomie sind geplant. Die Ausgabe zum Nutzhanf ist die erste davon. Wir freuen uns, gemeinsam mit dem BMEL und dem Innovationshub Root Camp wichtige Impulse zur Diskussion über die Relevanz der Bioökonomie liefern zu können.“
Dr. Philipp Rittershaus, Prokurist des RootCamps: „Wir haben mit den Bioeconomy Deep Dives‘ ein kollaboratives Format entwickelt um Wertschöpfungsketten zukunftsfest zu machen. Durch direkte Beteiligung von Akteuren der einzelnen Wertschöpfungsstufen können Skalierungshemmnisse und Innovationslücken identifiziert werden.“ Rittershaus weiter: „Basierend auf Experteninterviews und im Rahmen eines abschließenden Workshops werden gemeinsam mit den relevanten Akteuren Probleme spezifiziert und Lösungsansätze erarbeitet. Im Nachgang streben wir mit den Beteiligten die konkrete Umsetzung dieser Lösungsansätze an."
Unter folgendem Link ist die Analyse „Bioeconomy Deep Dives Nutzhanf“ auf der Homepage der Rentenbank abrufbar.
Die nächste Ausgabe der ,Bioeconomy Deep Dives‘ wird sich mit der Wertschöpfungskette von Lignin beschäftigen und im Herbst 2025 erscheinen.
Hintergrund:
Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist die deutsche Förderbank für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Der Förderauftrag schließt neben der Land- und Forstwirtschaft sowie der gesamten Wertschöpfungskette Lebensmittel den Ausbau erneuerbarer Energien ebenso ein wie die Förderung der Bioökonomie. Besonderes Gewicht liegt auf der Innovationsförderung. Sie reicht von der Forschung und Entwicklung an Hochschulen über die Frühfinanzierung agrarnaher Start-ups bis hin zur Markt- und Praxiseinführung neuer Technologien und Produkte. Die Förderinstrumente der Rentenbank sind Zuschüsse, Nachrangdarlehen und Programmkredite. Die Programmkredite werden wettbewerbsneutral über die Hausbanken der Endkreditnehmer vergeben. Die Rentenbank refinanziert Banken, Sparkassen und Gebietskörperschaften mit Bezug zum ländlichen Raum. Die Bank ist eine bundesunmittelbare Anstalt des öffentlichen Rechts, deren Grundkapital von der Land- und Forstwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland aufgebracht wurde. Sie unterliegt dem KWG und wird von der BaFin und der Bundesbank beaufsichtigt. Die Förderbank refinanziert sich an den Finanzmärkten und gehört zu den wenigen Triple-A-Adressen Deutschlands.
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